Fünf Tage lang wurde in Polen die Kurzbahn-Europameisterschaft der Masters ausgetragen. Erst zum zweiten Mal überhaupt fand diese Meisterschaft statt. Vor zwei Jahren wurde dieses Format erstmalig in Madeira durchgeführt. Nun durften die Masters im Aqua Lublin an gleicher Stelle zu Werke gehen, wie es eine Woche zuvor die Athleten der offenen Klasse getan haben. Aus Deutschland waren 115 Aktive unter den 1500 Schwimmern aus insgesamt 36 Nationen am Start. Im Gegensatz zu den Masters-Events auf der langen Bahn, die an mehreren Wettkampfstätten durchgeführt werden, fand die Europameisterschaft in einem riesigen Komplex statt, wo es gleich mehrere Ein- und Ausschwimm-Möglichkeiten sowie Verweilgelegenheiten gab. Aufgrund des nicht ganz optimalen Termins - zum Jahresende hin und in der Vorweihnachtszeit – hatten sich aus dem Lindauer Team nur die beiden ältesten entschlossen, die Reise anzutreten. Fritz „Itze“ Ilgen und Alfred Seeger hatten im Vorfeld eine optimale Vorbereitung auf die Meisterschaft. Beide konnten kontinuierlich trainieren, weswegen sie sich über viele Strecken gemeldet hatten. Der Plan ging bei beiden bestens auf. Sie kamen mit elf Europameistertiteln und einer Vizemeisterschaft zurück. Itze Ilgen räumte in der AK 90 fünf Titel ab. Sowohl alle drei Rückenstrecken als auch 50m und 100m Freistil gewann er souverän mit Zeiten, wie er sie auch bei Neueintritt in die AK vor drei Jahren geschwommen ist. Der in diesem Jahr erstmals in der AK 85 startende Alfred Seeger konnte seinen Deutschen Rekord vom Jahresbeginn über 200m Schmetterling um acht Sekunden drücken – wobei überhaupt die Tatsache, dass man diese Strecke in dem Alter im Wettkampf bewältigt, den Hut ziehen lässt. Seeger siegte über sechs Strecken. Über 100m und 200m Lagen, 100m und 200m Schmetterling sowie über 200m Freistil und Rücken trägt er nun den Titel Europameister. Nur über 100m Freistil musste er sich seinem Dauerrivalen Joaquin Canales de Mendoza aus Spanien um nicht mal eine Sekunde beugen. Seeger blieb mit seiner Zeit nicht nur eine Sekunde hinter dem Spanier, sondern verfehlte auch den Deutschen Rekord um knapp eine Sekunde.
