Bezirk Schwaben
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Bayerischer Schwimmverband
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Deutscher Schwimmberband
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100 Jahre Schwimmsport in Lindau

Die Chronik der Lindauer Schwimmer

Schwimmwettkampf 1921 - Aeschacher Ufer
Schwimmwettkampf 1921 - Aeschacher Ufer
Römerbad 1953
Römerbad 1953
Deutsche Meisterschaften im Freiwasser 1999
Deutsche Meisterschaften im Freiwasser 1999

Im Frühsommer des Jahres 1920 wurde im Lindauer Tagblatt ein Leserbrief veröffentlicht, in dem der Schreiber mit Verwunderung feststellte, dass es in Lindau als Inselstadt noch keinen Schwimmverein gibt. Am 20. Juli 1920 wurden die Anregungen zur Wirklichkeit und Bürgermeister Siebert trug sich als Erster in die Mitgliederliste des neu gegründeten „Bodensee-Schwimmverein Lindau (B)“ ein. Unter den Anwesenden dieses Abends befand sich auch der Schreiber des Leserbriefes und Kunstspringer Karl Kasper. Von diesem Zeitpunkt an wurden tägliche Übungs- und Unterrichtsabende in der Lindauer Militärbadeanstalt abgehalten, deren Fortschritte der Öffentlichkeit bei einer Werbeschau im Lindauer Hafenbecken gezeigt wurden. Bei der ersten Jahreshauptversammlung am 18. Januar 1921 war der Mitgliederstand von 30 auf bereits 250 Mitglieder angewachsen, Vorsitzender war Otto Zittlau.

 

Mit dem 1. Internationalen Bodenseeschwimmfest fand dann 1921 in Lindau auch die erste Großveranstaltung der Schwimmer statt, dessen Schutz-Herrschaft der Deutsche Schwimm-Verband übernahm. 37 Vereine mit über 300 Wettkämpfern und die gesamte deutsche Schwimmelite gingen nach einem Festumzug am Aeschacher Ufer an den Start auf die 1500 Meter lange Strecke von der Landtorbrücke bis zum Ziel im Lindauer Hafenbecken vor einer großen, mehrere tausend Personen umfassenden Zuschauerkulisse. Den Abschluss bildeten ein Wasserballturnier, ein fulminantes Feuerwerk und ein Festabend mit Musik. Von diesem Zeitpunkt an wurden in Lindau immer wieder Schwimmveranstaltungen durchgeführt, seit 1980 regelmäßig mit ein bis zwei Veranstaltungen pro Jahr, vornehmlich regionale Meisterschaften, internationale Bodenseemeisterschaften, Schwäbische und Bayerische Meisterschaften bis hin zur dreimaligen Ausrichtung der Internationalen Deutschen Meisterschaften im Langstreckenschwimmen über fünf, zehn und 25(!) km.

 

Anfänglich trainierten die Schwimmer in der Lindauer Militärbadeanstalt bis sie ins Römerbad umsiedelten, wo sie zwar im See, aber immerhin auf einer 50m-Bahn trainieren konnten. Während der Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges kam der Schwimmsport vorübergehend zum Erliegen, aber schon im Sommer 1945 fanden sich mit der „Moleclique“ des Römerbades wieder trainingsbegeistere Jugendliche und der Schwimmclub schloss sich im Herbst 1948 als selbstständige Abteilung dem TSV 1850 Lindau e.V. an. In den fünfziger Jahren wurde die Lindauer „Rennmannschaft“ trotz der schlechten Trainingsmöglichkeiten zum besten deutschen „Verein ohne Winterbad“ (VoW) gekürt und die Damenmannschaft um Ruth Schleibinger (mehrfache Deutsche Meisterin) gewann 1954 und 1955 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Außer den Wettkampfschwimmern hatte der Lindauer Verein damals noch eine Wasserballmannschaft sowie Kunstturmspringer in seinen Reihen.

 

1962 beschloss der Stadtrat, kein Geld mehr in das Römerbad zu investieren. Hoffnung bekamen die Schwimmer aber noch im selben Jahr, als Staatssekretär Dr. Heubl der Stadt 500.000 Mark Zuschuss für den Fall genehmigte, dass die Stadt ein Kleinschwimmbad baut. Fünf Jahre später wurde mit der Eröffnung des Hallenbades ein Traum für die Schwimmer wahr und sie konnten seit 1967 das ganze Jahr über trainieren.

Nach harten Kämpfen um Trainingszeiten und dem Bau der Schwimmbecken des Strandbades Eichwald mit seiner 50m-Bahn war die Trainings-Situation für die Lindauer Schwimmer deutlich verbessert, was sich auch in den Erfolgen wiederspiegeln sollte.

 

So haben die Schwimmer Weltmeister, Europameister, Deutsche Meister, unzählige Bayerische, Schwäbische und Bodenseemeister in ihren Reihen. Die Schwimmabteilung des TSV 1850 Lindau wurde mit rund 300 Mitgliedern zur zweitgrößten und lebendigsten Abteilung des Hauptvereins. Ihre Aktiven vertreten die Farben der Inselstadt weit über den südwestlichsten Zipfel Bayerns hinaus. Die größten Erfolge gelangen dabei von jeher Fritz „Itze“ Ilgen, der bereits 1949 bayerischer Jugendmeister über 100 m Kraul und 1950 über 100 m Brust wurde und der auch bis ins hohe Alter bei vielen Masters- Weltmeisterschaften die Titel in den Rückendisziplinen gewann und die Weltbestenliste anführt. Bei der alljährlichen Sportlerehrung der Stadt Lindau stellen die Schwimmer stets das größte Kontingent der zu Ehrenden. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt freilich im Jugendbereich, der den international erfolgreichen Masters- Schwimmern nacheifert und ähnlich erfolgreich werden möchte. Jährliche Trainingslager und Trainerfortbildungen ergänzen das fortlaufende Trainingsprogramm im Hallenbad Limare.

 

Die Geschicke der Lindauer Schwimmer führten die Abteilungsleiter Gotthard Roth (1945-1947), Arthur Wangler (1948-1962,) Karl-Heinz Frischke (1963-1964), Heinz Zauner (1965/66), Karl Hoos (1967-1976), Herbert Röhl (1977-1987), Barbara Krämer-Kubas (1987-1990) und seit 1991 Wilfried Fuchs.

 

Mit der „Lindauer Seedurchquerung“, dem „SW-Lindau-Cup“ und dem „100x100m–Swimathon“ riefen Lindaus Schwimmer gelungene eigene Schwimmveranstaltungen ins Leben, die dank eines eingespielten Teams und zahlreicher Helfer jedes Jahr geschultert werden, auch um die vielen Wettkampfstarts und den Vereinsbus finanzieren zu können.

Im Internet wird unter www.lindauerschwimmer.de das vielfältige Vereinsgeschehen präsentiert.

 

Eine herbe Zäsur und massive Einschränkung der Trainingsmöglichkeiten stellte 2018 der Abriss des Strandbades Eichwald samt seiner Becken dar, wenngleich die Schwimmfamilie mit dem Neubau der Therme Lindau und dem damit verbundenen Hallenbad samt 50m-Außenbecken voller Hoffnung auf gute Trainingsmöglichkeiten und eine schwimmsportliche Zukunft „in die nächsten 100 Jahre“ geht. Durch die Corona- Pandemie 2020 kam der Trainings- und Wettkampfbetrieb allerdings vorübergehend völlig zum Erliegen und läuft erst im zweiten Halbjahr wieder unter strengen Hygieneauflagen langsam an. Auch mussten die geplanten 100- Jahr- Feierlichkeiten leider abgesagt werden.

Patsch nass!

 

Chronik-Zusammenstellung: Peter Hämmerle / Thomas Röhl

Stand: Juli 2020


Trainingsbeginn im September

Ab Montag, 7. September 2020 werden wir – sofern es die Auflagen und die Behörden zulassen – zu den gewohnten Zeiten wieder im Limare trainieren.

 

Die Anfängergruppe und die Aufbaugruppen sowie Neueinsteiger (Voraussetzung ist eine Bahn sicher schwimmen zu können treffen sich ab 16.15 Uhr vor dem LIMARE, damit die Anwesenheit bzw. die Daten notiert werden.

 

Für das erste Schwimmtraining wird eine Badehose oder einen Badeanzug (keine Badeshort oder Bikini), eine Schwimmbrille (keine Taucherbrille) und eine Bademütze (aus Silikon) benötigt. Natürlich dürfen das Handtuch evtl. Badeschlappen und Duschbad nicht fehlen.

 

Falls es zu Trainingsbeginn noch coronabedingte Einschränkungen gibt, werden diese hier auf der Homepage vorab veröffentlicht.