Podestplätze, Bestzeiten und eine besondere Premiere in Lindau

LZ - Christian Flemming - Innerhalb von gerade einmal vier Wochen war die Schwimmabteilung des TSV Lindau zweimal Gastgeber größerer Wettkämpfe, zweimal war die Therme Lindau Austragungsort. Nach dem Internationalen Therme-Lindau-Bodensee-Cup standen am Samstag die Internationalen Kurzbahn-Bodenseemeisterschaften der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Bodensee-Schwimmsport (IABS) an, die turnusmäßig immer an wechselnden Schwimmstätten stattfinden.

Wilfried Fuchs, Abteilungsleiter Schwimmen beim TSV, dankt dafür vor allem dem Thermenbetreiber. „Zweimal innerhalb kurzer Zeit auf die Einnahmen eines ganzen Samstages zu verzichten, nötigt schon meinen Respekt ab“, betont Fuchs. Manfred Köder, Präsident der IABS, ist vor allem über die „perfekt organisierte und wunderbare Veranstaltung“ des TSV dankbar und begeistert.

Diese Kurzbahnmeisterschaft stand zum Ausklang der Kurzbahnsaison auf dem Programm der Schwimmerinnen und Schwimmer. Insgesamt hatten 92 Schwimmerinnen und 85 Schwimmer gemeldet, die aus Vorarlberg (Bregenz, Bludenz und Dornbirn), der Schweiz (Frauenfeld und Romanshorn), der deutschen Landesverbänden Baden (Singen, Hüfingen), Württemberg (Schwarzwald Baar-Heuberg, Friedrichshafen und Bad Saulgau) und Bayern (Lindenberg, Lindau) in die Therme im Eichwald gekommen waren und dort in insgesamt 795 Einzel- und 29 Staffelstarts die Meister ausschwammen.

Für die Leistungsgruppe der Lindauer Schwimmer, die sogenannten Pros, bedeutete diese Bodenseemeisterschaften einen Wettkampf mitten aus dem Training. Heißt im Klartext: Es wurde nicht extra hierfür trainiert, denn der Blick war schon auf die Langbahnsaison fixiert. Für die Mitglieder der beiden Wettkampfmannschaften war es eine gute Gelegenheit, Wettkampfatmosphäre zu schnuppern und dabei zu versuchen, die persönlichen Bestzeiten zu verbessern.

Für einen der 13 Lindauer Jungs – neben elf Mädchen - war das eine Premiere: Oskar Arbogast stieß erst im vergangenen Oktober zu den Schwimmern, nachdem ihm krankheitsbedingt der rechte Unterschenkel amputiert werden musste und er seine bisherigen sportlichen Aktivitäten wie Eishockey aufgeben musste. Im Herbst durfte der 13-Jährige dann bei den Schwimmern einsteigen, Janis Fasser arbeitete mit ihm fünf Wochen in Eins-zu-eins-Betreuung im Kursbecken, dann ging es ins Schwimmbecken, wo Violeta Mihut ihn im Freistil und Rückenschwimmen weiter heranzog.

„Wir waren begeistert, wie schnell Oskar Fortschritte macht“, erzählen Abteilungsleiter Fuchs und seine Stellvertreterin Sandra Bandlow-Albrecht. „Er hat eine hervorragende Wasserlage“, fügt Fuchs hinzu und weist damit auf Arbogasts Gespür fürs Schwimmen hin. Er weiß sich gut zu bewegen. In beiden Disziplinen - 50 Meter Freistil und 50 Meter Rücken - trat Arbogast bei den Meisterschaften an und fand allerseits eine Menge Bewunderung und Respekt. Ein Blick auf die Ergebnisliste der Lindauer Teilnehmer bestätigt, dass vor allem bei den Wettkampfmannschaftsmitgliedern die persönlichen Bestzeiten (PBZ) purzelten. Etwa bei Julian Beck (zwei Starts, zwei neue PBZ), Clara Sophie Block (fünf Starts, vier PBZ), Martin Erben (fünf Starts, drei PBZ, zwei zweite Plätze und ein dritter Platz) oder Juraj Halmo (vier Starts, drei PBZ, zwei Siege und ein zweiter Platz). Johannes Schielin verbesserte bei zwei Starts eine PBZ, eine Verbesserung steht auch bei Ben Schnurbus nach vier Starts auf dem Konto. Leni Schwerthalter verbesserte bei vier von fünf Starts ihre PBZ, Emma Spieler bei drei Starts zweimal und Jonathan Zetzsche holte zwar bei fünf Starts vier PBZ, kurioserweise aber nicht bei 100 Meter Brust, hier kam er aber als Dritter aufs Podium.

Die Schwimmerinnen und Schwimmer des Pro-Teams holten ihrerseits weniger Bestzeiten, sie sammelten dafür Plätze auf dem Siegertreppchen. Ben Bandlow wurde viermal Erster und einmal Zweiter nach fünf Starts, Elin Bleicher siegte bei fünf Starts zweimal und erreichte einen zweiten Platz. Neo Bühler startete sechsmal, sicherte sich fünf Siege, einmal mit PBZ, und musste sich nur einmal mit dem zweiten Platz (mit PBZ) begnügen. Neela Falkenroth ging sechsmal ins Wasser, dabei holte sie sich über 50 Meter Schmetterling mit PBZ den zweiten Platz, über 400 Meter Schmetterling verbesserte sie ihre PBZ. Marlon Kränkel war auf allen drei Podiumsplätzen zu finden - viermal als Sieger und je einmal als Zweiter und Dritter. Kränkel verbesserte viermal seine persönliche Bestleistung. Till Pudlo steigerte sich über 50 Meter Schmetterling. Aylin Rigal verbesserte sich viermal, zweimal reichte es auch für den zweiten Podiumsplatz. Bei Serafina Stark verzeichnet die Ergebnisliste je einen zweiten und dritten Platz, schneller war sie aber nur zweimal in anderen Disziplinen.

Durchweg über Podestplätze freuten sich die Staffelmannschaften des TSV Lindau. Vier zweite Plätze und zwei dritte Plätze trugen zu dem zufriedenstellenden Ergebnis für die Lindauer Schwimmer bei. Pause gibt es aber nun nicht für alle. Auf Paulo Lucas Trindade Rodriguez, der krankheitsbedingt bei den Kurzbahnmeisterschaften ausfiel, Ben Bandlow und Neo Bühler warten am kommenden Wochenende bereits die bayerischen Meisterschaften, bei denen sie punkten wollen, um sich für die deutschen Meisterschaften qualifizieren zu können. Trindade Rodriguez geht über 100 Meter Schmetterling an den Start, Bandlow über 50, 100 und 200 Meter Brust sowie 50 und 100 Meter Freistil und Bühler startet über 100 und 200 Meter Schmetterling sowie die 200 Meter Lagen.