TSV-Mas­ters­schwim­mer sah­nen ab

LZ - Elf Medaillen für das dreiköpfige Team der Mastersschwimmer des TSV Lindau sind die Ausbeute bei der 50. deutschen Meisterschaft der kurzen Strecken auf der langen Bahn gewesen, die in Osnabrück ausgetragen wurde. Unter den 256 Vereinen belegte das Trio vom Bodensee Rang 38 im Medaillenspiegel, wie der Verein mitteilt. Lediglich bei fünf Rennen blieb den Lindauern der Sprung aufs Treppchen verwehrt.

 

Fast 900 Teilnehmer gingen an den drei Veranstaltungstagen bei 2384 Einzel- und 417 Staffelstarts ins Wasser. Drei Titel erschwamm sich der neu in der AK 85 startende Fritz "Itze" Ilgen. Gleich bei seinem ersten Rennen setzte er mit einem neuen deutschen Altersklassenrekord über 100m Rücken ein deutliches Zeichen. Er verbesserte die alte Bestmarke aus dem Jahr 1999 um 1,8 Sekunden. Auch auf der Sprintdistanz über 50m siegte Ilgen souverän. Sein Vorteil in dieser Schwimmart ist seine ausgefeilte Technik, mit der er vom Start weg dominiert. Den dritten Titel erschwamm sich der mehrfache Welt- und Europameister über 200m Freistil - was einmal mehr belegt, dass Ilgens Stärken eher bei den Mittelstrecken als beim Sprint liegen. Über 50m und 100m Freistil wurde Fritz Ilgen Vizemeister.

 

Jeweils eine Silber- und zwei Bronzemedaillen erschwammen sich Alfred Seeger (AK 75) und Violeta Mihut (AK 45). Seeger, der wie Ilgen in der Vorbereitung zur EM Anfang September steht, testete seine Form in Osnabrück gleich über sieben Strecken. Der Mittel- und Langstreckler erprobte sich über sämtliche Disziplinen. Über 100m Schmetterling musste er dem drei Jahre jüngeren Bernd Schröter aus Berlin den Vortritt lassen, sicherte sich jedoch dahinter Silber. Auch über 100m Freistil siegte der Berliner, während sich Seeger im Zielsprint noch den dritten Platz erschwimmen konnte. Über 200m Lagen, seiner Lieblingsstrecke, da man dort die Vielseitigkeit unter Beweis stellen muss, lag er vom Start weg auf Rang drei. Nach den Schmetterling- und Rückenteilstrecken begann er mit seiner Aufholjagd und konnte sich sehr nahe ans Führungsduo heranschwimmen. Jedoch reichte es nicht, um wenigstens einen der beiden zu überholen. Seeger sicherte sich auch hier den dritten Platz. Über 100m Brust musste sich Seeger nach einem starken Rennen um Fünfhundertstelsekunden mit dem undankbaren vierten Rang zufriedengeben. Genauso wurde er über 100m Rücken Vierter und über 200m Freistil Fünfter. Podestplätze sind immer am Ende einer AK schwieriger zu erzielen als am Anfang, da der altersmäßige Vorsprung der neu in die AK aufgerückten Schwimmer immens ist.

 

Erst das zweite Jahr in der AK ist Violeta Mihut. Die Sprinterin konnte sich erstmals in die Medaillenränge bei deutschen Meisterschaften schwimmen, wobei sie sogar zweimal am Titel ankratzte. Über 50m Schmetterling wurde sie in starken 32,65 Sekunden Zweite, wobei die Siegerin nur wenig schneller war. Noch knapper war die Entscheidung über 50m Freistil. Der Sieg ging mit 30,33 Sekunden am Dascha Haan aus Glems, die Zweitplatzierte schlug um Vierhundertstelsekunden dahinter an. Violeta Mihut kam weitere Vierhundertstelsekunden (30,40) ins Ziel. Auch auf der doppelten Distanz gewann die Lindauer Schwimmerin die Bronzemedaille, über 200m wurde sie Fünfte.