Das stärkste Masters-Team in Bayern

Bei idealsten Bedingungen fand am vergangenen Wochenende die Bayerischen Sommermeisterschaft der Masters im Kemptener Freibad Cambomare statt. Nachdem vor der coronabedingten Auszeit diese Meisterschaft mehrmals durch Kälte und strömenden Regen beeinträchtigt wurde, strahlte die Sonne vom Himmel und bot den gut 270 Teilnehmern aus 56 Bayerischen Vereinen bei ihren knapp über 1000 Meldungen beste Voraussetzung für schnelle Zeiten.

Auch das Lindauer Masters-Team freute sich darauf, endlich wieder mit großer Mannschaft auf der Wettkampfbühne mitspielen zu dürfen. 17 grün-weiße stellten sich letztlich der Konkurrenz in 59 Einzel- und 14 Staffelrennen.

Kleiner Wermutstropfen war, dass grad die „Chefin“ der Lindauer Masters, Sandra Bandlow-Albrecht, coronabedingt zuhause bleiben musste.

Das machte aber der Schlagkraft der Mannschaft keinen Abbruch, denn das Team zeigte, dass es auch nach der Zwangspause das stärkste in Bayern ist. Mit 31 Gold-, 10 Silber - und 11 Bronzemedaillen führten die Lindauer am Ende den Medaillenspiegel an. Eifrigster Medaillensammler bei den Einzelstarts war einmal mehr Alfred Seeger in der AK 80.Ob Langstrecke wie 800m Freistil oder Sprint über 50m Schmetterling: er dominierte alle seine acht Einzelstrecken, egal, welche Distanz oder Schwimmart. Außer Seeger konnten weitere Lindauer Schwimmer bei jedem ihren Starts ausnahmslos Gold aus dem Becken fischen. Die Rückenexpertin Miriam Bryxi (AK 45) vergoldete alle drei Rückenstrecken sowie 50m Freistil genauso, wie die Sprinterin und Brustschwimmerin Brigitte Kalkbrenner (AK 60), die die Titel über 50m Freistil sowie 50m und 100m Brust gewann. Der Langstreckler Thomas Röhl (AK 60) startete nur am Sonntag vormittag und wandelte dabei die 200m Schmetterling und 400m Freistil in Start-Ziel-Siege um. Außerdem erkämpfte sich der Sprinter Mirko Bandlow (AK 45) bei seinem einzigen Start über 50m Brust den Titel. Freiwasserspezialistin Beate Schulz (AK 50) bewies, dass auch im Becken auf den Freistilstrecken der Weg nur über sie führte. Sie siegte über 200m, 400m und 800m Freistil. Ein Vizetitel über 200m Lagen rundete das Ergebnis genauso ab wie die Bronzemedaille von Violeta Mihut (AK 50) über 50m Brust, die Farbe in ihre sonst goldene Sammlung bei drei Titeln brachte. Wobei ihre Zeiten über 100m und 50m Freistil Platz Rang 1und 2 in der deutschlandweiten Rangliste ihrer AK bedeuten. Zwei Siege und eine Silbermedaille erkämpfte sich der älteste im Team, Itze Ilgen, in der AK 85, der vor allem seine Rückenstrecken dominierte, auf die er sich auch gerade für die Europameisterschaft in Rom im August vorbereitet. Den gleichen Medaillensatz erschwamm sich auch Sabine Zeleny (AK 45), die nach einem für sie überraschenden Sieg über 400m Freistil über 200m Brust alle Kräfte mobilisierte und erstmals ihre Dauerrivalin aus Regensburg in einem extrem ausgeglichenen und progressiv geschwommenen Rennen niederrang. Drei Aktive schafften einen kompletten Medaillensatz, von jeder Farbe also eine Medaille. Nadja Merz (AK 50) holte sich den Titel über 200m Rücken, sprintete über Rücken zu Silber und gewann Bronze auf der Mitteldistanz sowie über 50m Schmetterling. Christian Kalkbrenner (AK 60) sammelte den Medaillensatz über die Strecken 800m (1. Platz), 200m (2. Platz) und 400m Freistil (3. Platz). Der frischgebackene Papa Marc Pauli (AK 30) sicherte sich den Sieg über 50m Freistil in starken 0:27,69. Rang zwei über 200m Lagen und drei über 100m Schmetterling waren seine Ausbeute. Der letztmals in der AK 55 startende Holger König versilberte die 50m Schmetterling und stand über 100m und 200m Freistil sowie über 200m Lagen auf dem dritten Stockerlplatz. Extra aus der Schweiz angereist war Susanne Braun (AK 55), um mit „ihrem“ Team zu starten. Bei ihren Einzelstrecken kam sie dabei über 200m Freistil auf den zweiten Platz, über 200m Schmetterling und 800m Freistil wurde sie dritte. Reinhold Pohl (AK 60) sicherte sich eine Silber- und eine Bronzemedaille im Einzel und die jüngste im Team, Alicia Preisegger in der AK 20, erschwamm sich über 200m Brust in neuer persönlicher Bestzeit den dritten Platz. Lediglich Steffen Ungermann (AK 55) musste sich bei seinen Einzelrennen mit zwei undankbaren vierten Plätzen zufriedengeben. Dafür sammelte er Edelmetall mit den 14 Lindauer Staffeln, die in den verschiedensten Altersklassen in allen angebotenen Wettbewerben starteten. Die Teams konnten einmal Bronze erschwimmen, sie sicherten sich viermal den Vizetitel und standen gleich neunmal ganz oben auf dem Treppchen. Der gelungene Re-Start der Lindauer Masters war für das gesamte Team eine Wohltat nach der harten, wirren und wettkampflosen Zeit.

Abteilungsleiter Wilfried Fuchs wurde sogar extra vom Präsidenten des Bayerischen Schwimmverbandes zu seiner erfolgreichen Mannschaft beglückwünscht. Das gute Abschneiden sorgte für nicht nur bayernweites Aufsehen in der Masters-Szene.