Sensationelle Medaillenausbeute für das Lindauer Team

Eine glänzende Bilanz konnten die Lindauer Mastersschwimmer bei der Deutschen Meisterschaft über die kurzen Strecken auf der langen Bahn verzeichnen, die am vergangenen Wochenende in der thüringischen Hochschulstadt Gera ausgetragen wurde. 202 Vereine meldeten 630 Teilnehmer mit gut 2200 Einzel- und Staffelstarts für die dreitägige Veranstaltung. Aus Lindau machten sich sechs Athleten auf den Weg, um dort um Titel und gute Zeiten zu schwimmen.

Mit 18 Medaillen bei 24 Starts kann sich die Endbilanz durchaus sehen lassen. Vier Gold-, acht Silber- und sechs Bronzemedaillen brachte das Team zurück an den Bodensee; und alle sechs Lindauer Starter standen wenigstens einmal auf dem Treppchen.

Die in diesem Jahr neu in der AK 50 startende Violeta Mihut deklassierte die Konkurrenz über 100m Freistil und 50m Schmetterling. Mit deutlichem Vorsprung schlug sie als erste an der Anschlagmatte an und krönte sich mit Spitzenzeiten von 1:06,28 und 0:32,60 zur Deutschen Meisterin. Über 50m Freistil wurde sie Vizemeisterin und musste sich nur einer früheren DDR-Olympiateilnehmerin geschlagen geben. Ein überraschender dritter Platz über 50m Brust vervollständigten ihren Medaillensatz.

Die beiden Oldies im Lindauer Team, Itze Ilgen und Alfred Seeger, bereiten sich derzeit auf die Ende des Monats stattfindende Masters-Europameisterschaft in Rom vor. Sie nutzen die Deutsche Meisterschaft zur weiteren Standortbestimmung ihres Leistungstandes. Itze Ilgen, der in diesem Jahr letztmalig in der AK 85 startet und es somit am schwersten hat gegenüber der Konkurrenz, ließ sich dies im Wettkampf nicht anmerken. Über 100m Rücken führte er sogar nach der ersten Bahn deutlich, musste dann aber nach einer misslungenen Wende seinen 4 Jahre jüngeren Gegner knapp ziehen lassen. Der noch jüngere Kontrahent hatte allerdings das Nachsehen. Ähnlich war der Ausgang über 50m. Auch dort schlug Ilgen als zweiter an und lies alle anderen, jüngeren hinter sich. Der eigentlich auf den längeren Strecken beheimatete Alfred Seeger hatte sich für 8 Einzelstrecken gemeldet und kam zusätzlich noch in allen Staffeln zum Einsatz. Am Ende stand er jedes Mal auf dem Treppchen. Während er am Freitag und Samstag bei sieben Einzelrennen fünf Silber und zwei Bronzemedaillen erschwamm, machte er sich am Sonntag über 200m Lagen, was er auch in Rom schwimmen wird, ein goldenes Geburtstagsgeschenk.

Sandra Bandlow-Albrecht (AK 50) wusste im Vorfeld gar nicht so richtig, wie es um ihren Leistungsstand stehen wird. Schließlich fiel sie drei Wochen zuvor coronabedingt noch bei der Bayerischen Meisterschaft aus. Mit reduzierten Training reichte es dennoch zu einer Bronzemedaille über 100m Schmetterling. Die beiden 200m-Distanzen waren dann allerdings zu kräftezehrend, um in Medaillenreichweite zu kommen.

Nadja Merz (AK 50) und Reinhold Pohl (AK 60) dagegen bewiesen in ihren Einzelrennen durch sehr gute Zeiten ihre gute Form, was sie dann in den Staffeln erneut unter Beweis stellten. So erschwamm die Lagenstaffel mit Nadja Merz (Rücken), Reinhold Pohl (Brust), Violeta Mihut (Schmetterling) und Alfred Seeger (Kraul) über 4x50m in der stark besetzten AK 240 den dritten Rang. Den gleichen Stockelrang erreichte das Staffelteam Pohl, Seeger, Mihut und Sandra Bandlow-Albrecht über 4x100m Freistil. Über die halbe Strecken, der 4x50m Freistil-Staffel, machte das Team mit den anderen Konkurrenten „kurzen Prozess“: die Lindauer siegten souverän und deklassierten die zweitplatzierten mit einem Abstand von 7 Sekunden. Diese herausragenden Ergebnisse kommen natürlich nicht aus dem „nichts“: durch die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten auf der 50m Bahn im Strandbad Eichwald für die Langbahnsaison mit Öffnung der Therme im letzten Jahr, was eine optimale Ergänzung zum Grundlagentraining in der Halle darstellt, können die Lindauer Schwimmer auch wieder im Sommer bei den Meisterschaften glänzend dekorierte zurück an den See kehren.

Nun ist für alle, außer den beiden „Oldies“, Sommerpause. Den beiden stehen noch etliche Einheiten zum Feinschliff ihrer Form bevor, ehe sie in Rom angreifen dürfen.