Wer auf die Hüpfburg wollte, musste in die Medaillenränge schwimmen

LZ - Am Samstag richtete die Schwimmabteilung des MTV 1862 Pfaffenhofen die Bayerische Kurzbahnmeisterschaft der Masters aus, wo auch eine 11-köpfige Delegation der Lindauer Schwimmer teilnahm. Von den insgesamt 391 Teilnehmern stammten die meisten aus den 63 bayerischen Vereinen. Lediglich ein Teilnehmer aus Hessen und einer vom Sächsischen SV waren zu Gast in Oberbayern. International wurde der Wettkampf durch zwei Teilnehmer des Cyprus Master Swimming Assoziation Club. Mit 1270 Einzel- und 119 Staffel-Meldungen lagen die Startzahlen knapp über denen des Vorjahres, was auch die Länge der Veranstaltung erklärt: von 9.00 Uhr bis 18.35 Uhr wurde um Titel und Zeiten gekämpft.

Absolutes Highlight war das Siegerehrungspodest, welches ein aufgepumptes Airtech-Podium war. Quer durch alles AKs wurde das Podest als Hüpfburg „missbraucht“. Fast enttäuscht waren einige, als das Podest erneut aufgepumpt wurde und nun die Hüpfburg nicht mehr so gut funktionierte. 

…um auf der Hüpfburg zu stehen, gab es natürlich eine Vielzahl von ausgezeichneten Leistungen. Die Lindauer standen gleich dreizehn Mal auf dem obersten Podest. Je sechsmal erschwammen sie Silber- und Bronzemedaillen. Allen voran machte es der älteste Teilnehmer der Veranstaltung vor: er startete bei einem Einzelrennen und stand zweimal ganz oben auf dem Podium. Der 93-jährige Fritz „Itze“ Ilgen von TSV 1850 Lindau hatte nur einen Einzelstart über 50m Rücken gemeldet. Mit 51,94 gewann er aber nicht nur die 50m Rücken konkurrenzlos in der AK 90; er siegte auch in der jahrgangsoffenen Gesamtwertung mit 951 Punkten. Der zweitplatzierte aus der AK 30 schaffte es auf 764 Punkte. Seine Zeit ist lediglich 0,6 Sekunden langsamer als der von ihm vor drei Jahren aufgestellte Europarekord. 

Auch Alfred Seeger (AK 85) kam mit seinen hervorragenden Leistungen über die Freistilstrecken in der offenen Wertungsklasse auf das Treppchen. Insgesamt siegte der Allrounder Seeger in all seinen fünf Einzelrennen seiner AK quer durch alle Schwimmarten. Ebenso schlug Beate Schulz (AK 55) bei ihren beiden Starts über 100m Lagen und 200m Freistil als erste an und zeigte damit, dass sie als Langstrecklerin auch kurz kann. Reinhold Pohl (AK 65), Nadja Merz und Cord Lehmen (beide AK 55) waren alle Teil des erfolgreichen Teams der Deutschen Meisterschaft eine Woche zuvor und standen allesamt bei allen ihren Starts auf dem bayerischen Treppchen: Rückenspezialistin Nadja Merz siegte über 50m und 100m und wurde zudem über 50m Schmetterling Vizemeisterin. Reinhold Pohl entschied überraschend die 100m Lagen für sich. Bei seinen drei weiteren Einzelrennen wurde er zweiter (50m Brust und Freistil, 100m Brust). Cord Lehmann wurde einmal zweiter über 100m Brust, über 100m Lagen und 50m Brust wurde er dritter. Die beiden Brustsprinterinnen Alicia Preisegger (AK 25) und Sabine Zeleny (AK 50) krönten ihre Einsätze ebenso mit Edelmetall. Sabine Zeleny wurde über die Sprintstrecke dritte, Alicia Preisegger wurde über die doppelte Distanz dritte, auf der halben Strecke stand sie am Silbertreppchen. Seinen ersten Start im Lindauer Mastersteam hatte Martin Gapp (AK 55). Er trat über alle Freistilstrecken an und in seinem letzten Einzelrennen schaffte er tatsächlich direkt den Sprung aufs Podest: er wurde dritter über 50m Freistil. Steffen Ungermann (AK 60) und Lasse Batke (AK 20) schwammen bei ihren Einzelrennen nicht in die Medaillenplätze, durften aber beide mit Staffeln dennoch die Hüpfburg besteigen. Steffen Ungermann stand mit der 4x50m Lagen-Staffel der AK 280+ ganz oben am Treppchen, denn zusammen mit Itze Ilgen, Martin Gapp und Alfred Seeger waren sie unschlagbar. Lasse Batke war Startschwimmer der 4x50m Freistil-Staffel der AK 200+ und erkämpfte zusammen mit Cord Lehmann, Reinhold Pohl und Martin Gapp Bronze.