Zu Wasser in Richtung Zukunft

LZ: Es konnte keinen besseren Ort für das 100-jährige Jubiläum geben als die neue Therme in Lindau. Die zukünftige Trainingstätte der Lindauer Schwimmer. Investor Andreas Schauer lud am Samstag den Verein zur Baustellenparty in den zukünftigen Fitnessraum mit Traumpanorama über die Bregenzer Bucht ein.

Die Laudatorenliste war lang. Oberbürgermeisterin Claudia Alfons ließ es sich nicht nehmen, den Schwimmern ein „gut Nass für weitere 100 Jahre“ zu wünschen und dass sie stolz sei, solch erfolgreiche Schwimmer in der Stadt zu haben. Gastgeber Andreas Schauer erinnerte sich, dass er noch eine Urkunde zu Hause habe, die er einst als Schwimmer von Abteilungsleiter Wilfried Fuchs erhalten hatte. Die stellvertretende Landrätin Sonja Müller wünschte dem Verein ein immer gutes Schweben im Wasser und der Bezirkspräsident des Bayerischen Schwimmerverbandes, Rolando Pesceros, bestätigte, dass auch Lindau von seinen erfolgreichen Schwimmern profitiere. Hans Ellinger vom Sportkreis Lindau lobte besonders, dass die Lindauer Schwimmer eine der ersten in Deutschland waren, die nach dem Lockdown wieder trainiert haben und der Präsident des TSV Lindau, Dominik Moll, unterstrich den Erfolg der Schwimmer: „Sie haben so viele Medaillen um den Hals hängen, dass man sie gar nicht mehr zählen kann! Und nicht zu vergessen, die Wasserburger Kultband „Eschbach Buam“, die sich über ihren zweiten Auftritt in der Pandemie insbesondere bei den Schwimmern freuten, „die so gut feiern können wie sie auch schwimmen“.

Durch den Abend führte der Chef selbst: der langjährige Abteilungsleiter Wilfried Fuchs. Ihm gebührte auch ein dickes Lob aus den eigenen Reihen. Mitglied Christian Kalkbrenner bestätigte die Verbundenheit unter den Schwimmern und ihr unbeschreibliches Gemeinschaftsgefühl, das auf Wettkämpfen auch andere immer wieder beeindrucke. Er dankte Wilfried Fuchs besonders dafür, dass er in seiner knapp 30-jährigen Präsidentschaft diese Gemeinschaft aufgebaut habe. „Das hat Fuchs gemacht. Danke für diesen Spirit“, sagte Kalkbrenner.

Und wenn Schwimmer feiern, dann schwimmen sie natürlich auch. Zu fünft starteten Nadja Merz, Beate Schulz, Sandra Knörle, Susanne Schmid und Christian Kalkbrenner an der Spielbank durch das 15 Grad kalte Wasser zur neuen Therme. Für die knapp zwei Kilometer brauchten sie 45 Minuten trotz Wellengang. Schließlich waren sie gut vorbereitet: „Eigentlich sind wir Beckenschwimmer. Aber im April haben wir im Lockdown angefangen, im See zu trainieren“, erzählte Nadja Merz. Jetzt sei es schon so etwas wie Tradition geworden, meinte sie.

Wilfried Fuchs kann stolz sein, dass er im zweiten Anlauf es doch noch geschafft hat, eine Jubiläumsfeier für seine Schwimmer im Pandemie-Jahr zu stemmen. „Noch einen Anlauf hätte ich nicht mehr gemacht. Es macht auch keinen Sinn, das 101. Jahr zu feiern.“ Ursprünglich sollte das Event im Rahmen der „Lindauer Seedurchquerung“ auf der Römerschanze am 18. Juli stattfinden. Corona hatte diesen Plan zunichtegemacht. Und auch am Samstag wurde die Anzahl der Gäste coronabedingt reduziert, die Tische im großen Abstand platziert und es herrschte Maskenpflicht.

Bis kurz vor 23 Uhr feierten die Lindauer Schwimmer ihr Jubiläum. Dann hieß es aufräumen. Wilfried Fuchs war mehr als zufrieden mit dem Abend: „Die Stimmung war total klasse. Die Harmonie und das Vereinsleben stimmt bei uns. Das ist eine ganz tolle Geschichte.“